Der Alfa Romeo SZ 1989 auf dem Genfer Salon 

Nach seiner erfolgreichen Weltpremiere auf dem Genfer Automobilsalon setzte der SZ seine öffentliche Präsenz fort und wurde zu einem echten Publikumsmagneten. Er erschien auf bedeutenden europäischen Automessen, darunter:

  • Paris
  • Frankfurt
  • weitere internationale Veranstaltungen

Besonders eindrucksvoll war sein Einsatz als Pacecar der deutschen Supercup‑Rennserie 1989. Damit zeigte Alfa Romeo nicht nur das Design, sondern auch die technische Souveränität des neuen Modells – ein mutiges Statement für ein Fahrzeug, das damals noch als Prototyp galt.

1989 auf dem alljährlich stattfindenden Genfer Autosalon wurde der unter dem Arbeitstitel ES30 (für Experimental Sports Car mit 3,0 l Hubraum) vorgestellt. Dort wurde er "ES30" genannt, eine Abkürzung für Experimental Sportscar 30, die Zahl 30 bezieht sich auf den Hubraum von 3 Litern.

Er war der erste aufsehenerregende Entwurf der noch sehr jungen Verbindung mit dem Hause Fiat.


Als die Produktion des SZ/ES‑30 anlief, musste eine Entscheidung getroffen werden, obwohl das Designteam eigentlich noch keine perfekte Namensidee hatte. Dr.Andrea Zagato beschreibt es selbst so: Es war nicht die kreativste Idee, aber die Zeit drängte. Also entschieden wir uns für „Sprint Zagato“ – passend zur Alfa‑Tradition.

Damit wurde die ES‑30 offiziell zur „Sprint Zagato“, auch wenn viele Enthusiasten sie heute einfach als SZ kennen.


Das Ziel wurde erreicht - er wurde wahrgenommen.


Nicht weniger als 3 Designstudios waren damit beauftragt worden, den ES 30 zu entwerfen und zwar das Studio von Zagato, das hauseigene Centro Stile mit da Silva und Alberto Bertelli Walther, sowie Fiatdesignmitte mit den Herren Robert Opron (Citroen CX) und Mario Maioli, die die Ausgangs-entwürfe vom jungen Designer Antonio Castellana benutzten, die dann schließlich mit hauptverantwortlich für das Styling der Karosserie und dem Interieur zu nennen sind. Von Zagato selbst wurden „nur“ das Design der Vorder- und Rückseite übernommen. Gefertigt wurden die ES 30 dann in Rho (nähe Mailand) bei Zagato, der dann unter dem Namen SZ (für Sprint Zagato) bis 1991 verkauft wurde.


Für die ES‑30 – später offiziell Sprint Zagato – wurde früh entschieden, eine streng limitierte Serie von 1036 Fahrzeugen zu produzieren. Die Resonanz war überwältigend: Innerhalb kürzester Zeit meldeten sich deutlich mehr Interessenten als Fahrzeuge verfügbar waren. Um die Exklusivität zu wahren und die Fahrzeuge ernsthaften Enthusiasten zuzuordnen, führte Alfa Romeo eine Prüfung der Bewerber ein. Nur wer akzeptiert wurde, erhielt die Möglichkeit, einen Vertrag zu unterschreiben und eine Anzahlung zu leisten. Die Bestellbücher waren nach wenigen Wochen geschlossen – ein Zeichen dafür, wie außergewöhnlich dieses Projekt wahrgenommen wurde.


Was die Zuschauer und Autojournalisten bei den ersten öffentlichen Auftritten des SZ wirklich fesselte, war sein radikales Design. Die Reaktionen waren alles andere als einheitlich: Begeisterung, Irritation, Faszination – und manchmal auch blankes Unverständnis. In diesen frühen Tagen erhielt der Wagen seinen bis heute berühmten Spitznamen „Il Mostro“ – das Monster.



Dieser Name war keineswegs abwertend gemeint. Er spiegelte vielmehr die provokante, kantige, kompromisslose Formensprache wider, die sich bewusst von allem unterschied, was Ende der 1980er‑Jahre auf den Straßen zu sehen war. Der SZ war ein Statement – ein Auto, das nicht gefallen wollte, sondern auffallen.


All das wirkte wie ein futuristischer Prototyp, der versehentlich in die Serienproduktion geraten war. Genau das machte den SZ zu einem ikonischen Designobjekt, das seiner Zeit weit voraus war.


Der SZ wurde offiziell für 83.000 DM in die Preislisten aufgenommen. Doch trotz seiner spektakulären Formensprache und der medialen Aufmerksamkeit verlief der Verkauf zunächst verhalten. Der Hauptgrund lag weniger am Fahrzeug selbst, sondern am Ende des Sportwagen‑ und Klassikerbooms der späten 1980er‑Jahre. Die Nachfrage nach exklusiven Nischenfahrzeugen brach europaweit ein, während der SZ preislich später sogar in Richtung 100.000 DM rückte. In diesem wirtschaftlichen Umfeld war es für Alfa Romeo schwierig, die geplante Exklusivserie schnell abzusetzen.


Insgesamt wurden 1036 SZ gefertigt. Davon waren 38 Fahrzeuge Prototypen und Vorserienmodelle, von denen einige bis heute existieren – teils in Sammlerhand, teils in Museen. Die Serienfahrzeuge wurden ausschließlich in folgender Ausstattung ausgeliefert:

  • Farbe: Rosso Alfa
  • Dach: Grau
  • Cockpit: Schwarz
  • Sitze: Beige, Leder
  • Teppich: Beige
  • Dekor: Carbon‑Imitat

Diese Kombination war verbindlich – ein bewusstes Stilstatement, das den SZ als Designobjekt klar definierte.


Ein SZ der Trophy‑Serie wurde nach einem Unfall komplett in Schwarz wieder aufgebaut. Dieses Fahrzeug fuhr Andrea Zagato persönlich mehrere Jahre. Heute befindet es sich sehr wahrscheinlich in Japan, wo eine bemerkenswert große und leidenschaftliche SZ‑Gemeinschaft existiert.

Wie recherchiert wurde sind mindestens drei gelbe SZ speziell für den japanischen Markt gefertigt – extrem seltene Exemplare, die dort einen fast mythischen Status genießen.


Sein Spitzname ist geblieben – aber seine Bedeutung hat sich gewandelt: „Il Mostro“ ist heute ein Ehrenname.

Alfa Romeo Zagato RZ (1992–1993)

Unabhängig von dem mangelnden kommerziellen Erfolg erschien auf dem Pariser Autosalon im Herbst 1992 die offene Version unter dem Namen Alfa Romeo RZ (Roadster Zagato). Der RZ wurde nur 2 Jahre gebaut und sollte für Alfa Romeo die „Spider-lose“ Zeit überbrücken, in der kein offener Alfa zu kaufen war. Der 105/115 war nach 27 Jahren Bauzeit eingestellt worden. Das ist eine Version, warum der RZ gebaut worden ist. Die andere ist, das Zagato vor der Pleite stand und sich etwas einfallen lassen musste um zu überleben baute Zagato den RZ in Eigenregie, was für Alfa Romeo wohl eine unliebsame Überraschung war, weil sie die Teilelieferung nach einer möglicher Pleite sicher stellen mussten. Der RZ stand zu einem Verkaufspreis von 140.000 DM in den Läden. Aber wie die SZ wurden sie nicht über Alfa Romeo direkt importiert (wahrscheinlich aus oben genannten Grund), sondern von Enthusiasten, exklusiven Autohäusern oder der Firma Zagato selbst. Geplant waren 350 Einheiten vom RZ, tatsächlich wurden „nur“ 278 Stück verkauft.


Die Zahl von 241, die einigen Büchern steht, sind die wahrscheinlich Alfa Romeo bekannten Einheiten, da einige Fahrgestellnummern Alfa nicht bekannt sind (vermutlich durch die Eigenregie von Zagato). Den RZ gab es in den Farben rot, schwarz, gelb, sowie 3 Silberne und 1 Weißen. Die Innenausstattung richtet sich nach der Außenfarbe. Gelbe und Rote haben schwarze Ledersitze und Cockpits, Schwarze und Silberne alles in rot. Die Zifferblätter sind gegenüber dem SZ (schwarz) weiß. Dafür hat der RZ kein Carbon im Interieur verarbeitet. Der RZ verursachte mehr als 500 Neuteileformen zum SZ hin, ziemlich kostspielig für den Produktionsdurchlauf. Das Fahrzeug basierte weitestgehend auf dem SZ, hatte allerdings erhebliche Versteifungen erhalten. Die Frontscheibe war deutlich flacher geneigt und länger. Die Antriebstechnik blieb unverändert.


Insgesamt stieg das Gewicht des RZ gegenüber dem geschlossenen SZ um 120 kg. Die Fahrzeuge waren in rot, gelb, schwarz und silbermetallic (nur drei Exemplare) lieferbar. Anstelle einer geplanten Stückzahl von 350 wurden bis Ende 1993 nur 241 Exemplare dieses 140.000 DM teuren Fahrzeugs verkauft. Weitere 37 Wagen wurden von Zagato in Eigenregie gebaut und selbst vertrieben.


Die Preise für diese Autos sind in den letzten Jahren stark gestiegen. 2022 werden für einen RZ in exzellentem Zustand mehr als 120.000 Euro gezahlt, ein SZ in gleichem Zustand ist etwa 20.000 Euro günstiger.


Zagato setzte daraufhin die Produktion mit dem auf dem Lancia Delta basierenden Hyena fort.