ZAGATO SZ + RZ (ES30)

Die Geschichte des Alfa Romeo ES 30 | Experimental Sports Car

Nicht weniger als 3 Designstudios waren damit beauftragt worden, den ES 30 zu entwerfen und zwar das Studio von Zagato, das hauseigene Centro Stile mit da Silva und Alberto Bertelli Walther, sowie Fiatdesignmitte mit den Herren Robert Opron (Citroen CX) und Mario Maioli, die die Ausgangsentwürfe vom jungen Designer Antonio Castellana benutzten, die dann schließlich mit hauptverantwortlich für das Styling der Karosserie und dem Interieur zu nennen sind. Von Zagato selbst wurden "nur" das Design der Vorder- und Rückseite übernommen. Gefertigt wurden die ES 30 dann in Rho (nähe Mailand) bei Zagato, der dann unter dem Namen SZ (für Sprint Zagato) bis 1991 verkauft wurde.

Der Alfa Romeo ES 30 ist ein Sportwagen, den der italienische Automobilhersteller Alfa Romeo als Coupé (SZ) und als Roadster (RZ) in limitierter Stückzahl zwischen Frühjahr 1989 und Ende 1993 produzierte. Die Bezeichnung ES 30 leitet sich von dem Begriff Experimental Sportscar, 3,0 Litre ab. Das Fahrzeug ließ die traditionsreiche Verbindung von Alfa Romeo und der Carrozzeria Zagato wieder aufleben.


Nachdem Fiat im Jahr 1986 den bisherigen Staatskonzern Alfa Romeo übernommen hatte, wollte der neue Inhaber mit einem exklusiven zweisitzigen Fahrzeug die unveränderte technische Stärke und Exklusivität der Marke Alfa Romeo beweisen.


1989 auf dem alljährlich stattfindenden Genfer Autosalon wurde der unter dem Arbeitstitel ES30 (für Experimental Sports Car mit 3,0 l Hubraum) vorgestellt. Er war der erste aufsehenerregende Entwurf der noch sehr jungen Verbindung mit dem Hause Fiat.

Das Konzept

Die auffallende Form entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen den Designzentren von Fiat, Alfa Romeo und Zagato. Das Design wurde anfänglich als Zagato-Entwurf beschrieben. Tatsächlich ging die Grundlinie allerdings auf den französischen Designer Robert Opron zurück, der in den 1970er Jahren die Citroën-Modelle SM und CX entworfen hatte und nunmehr seinerzeit für das Fiat Centro Stile arbeitete; zahlreiche Einzelheiten wurden daneben von Antonio Castellana ausgearbeitet. Die Carrozzeria Zagato entwickelte nur einige Details an der Front- und an der Heckpartie. Erklärtes Ziel der Geschäftsleitung war es, eine ausgefallene, Aufsehen erregende Form zu entwickeln. Dementsprechend wurde das Design allgemein nicht als schön, wohl aber als eigenständig bezeichnet.


Die stark ausgeprägte Keilform sowie die dreiäugigen Scheinwerfer gaben dem Wagen einen eigenständigen Auftritt. Bereits vor Beginn der Produktion erhielt der ES 30 werksintern die Bezeichnung Il mostro (das Monster).


Als Grundlage bediente man sich der Technik des Alfa Romeo 75 in der Wettbewerbsversion, die einige Jahre zuvor für die Gruppe A entwickelt worden war. Sein V-Motor hatte sechs Zylinder, 3,0 Litern Hubraum und 210 PS (154 kW). Das Getriebe saß an der Hinterachse und war mit dem Differential verblockt (Transaxle). Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 245 km/h. Eine hydraulische Niveauregulierung (40 mm Verstellbereich) war ebenfalls lieferbar, allerdings nur zum Überfahren von Hindernissen wie Bordsteinen.


Die Karosserie bestand aus einem Stahlskelett, die Außenhaut aus glasfaserverstärktem „Modar“, einem Methacrylharz. Er ermöglichte außer hoher Steifigkeit erstmals eine bei Kunststoffaufbauten besonders glatte Oberfläche. Die Karosserieteile wurden bei Carplast hergestellt, einem Unternehmen, das von Giuseppe Bizzarrini geleitet wurde, einem Sohn des italienischen Ingenieurs Giottob Bizzrrini.


Die Fahrzeuge wurden in den Zagato-Werkshallen in Terrazzano di Rho in Handarbeit gefertigt; die Rohkarosserien fertigte der Turiner Zulieferer OPAC.

Der SZ wurde zwischen 1989 - 1992 1036 mal produziert, davon waren 38 Prototyp- und Vorproduktionsautos von denen aber noch einige existieren. Seine Fahrzeugfarbe war ausschließlich Rot mit grauen Dach, schwarzen Cockpit, beigen Ledersitzen, beigem Teppich und Carbon Imitaten. Ein SZ der Trophy Serie wurde nach einem Unfall in schwarz wieder aufgebaut, dieses SZ fuhr Andrea Zagato einige Jahre selber. Mittlerweile ist dieses Fahrzeug wohl in Japan angekommen, wo es auch eine große Szene für diese einmaligen Fahrzeuge gibt. Drei oder mehr gelbe SZ wurden für Japan gefertigt

Unabhängig von dem mangelnden kommerziellen Erfolg erschien 1992 der RZ (für Roadster Zagato). Der RZ wurde nur 2 Jahre gebaut und sollte für Alfa Romeo die "Spider-lose" Zeit überbrücken, in der kein offener Alfa zu kaufen war.

Der 105/115 war nach 27 Jahren Bauzeit eingestellt worden.


Das Fahrzeug basierte weitestgehend auf dem SZ, hatte allerdings erhebliche Versteifungen erhalten. Die Frontscheibe war deutlich flacher geneigt und länger. Die Antriebstechnik blieb unverändert. Insgesamt stieg das Gewicht des RZ gegenüber dem geschlossenen SZ um 120 kg. Die Fahrzeuge waren in rot, gelb, schwarz und silbermetallic (nur drei Exemplare) und nur einen Weißen lieferbar. Anstelle einer geplanten Stückzahl von 350 wurden bis Ende 1993 nur 241 Exemplare dieses 140.000,- DM teuren Fahrzeugs verkauft. Weitere 37 Wagen wurden von Zagato in Eigenregie gebaut und selbst vertrieben.


Die Innenausstattung richtet sich nach der Außenfarbe. Gelbe und Rote haben schwarze Ledersitze und Cockpits, Schwarze und Silberne alles in rot. Die Zifferblätter sind gegenüber dem SZ (schwarz) weiß. Dafür hat der RZ kein Carbon im Interieur verarbeitet. Der RZ verursachte mehr als 500 Neuteileformen zum SZ hin, ziemlich kostspielig für den Produktionsdurchlauf.


Die Preise für diese Autos sind in den letzten Jahren stark gestiegen. 2022 werden für einen RZ in exzellentem Zustand mehr als 120.000 Euro gezahlt, ein SZ in gleichem Zustand ist etwa 20.000 Euro günstiger.


Zagato setzte daraufhin die Produktion mit dem auf dem Lancia Delta basierenden Hyena fort.

Share by: